Katastrophenschutz am Hochzeitstag

 

Was tun, wenn die ganze Planung nichts nützt und eine echte Katastrophe passiert? Wir beschreiben einige der schlimmsten Missgeschicke, die sich Brautpaare vorstellen können und geben erprobte Praxistipps, was Sie dagegen tun können.

Torte mit Brautpaar gegessen

Hochzeitspaare verwenden in der Verlobungszeit viel Zeit und Mühe für die Vorbereitung ihrer Hochzeit. Sie planen die Sitzordnung, bestimmen das Blumenarrangement, wählen Brautjungfern aus und bestellen die leckerste Torte ihres Lebens. Ein Zeremonienmeister soll dafür sorgen, dass auf der grossen Party nichts schiefläuft und die Punkte auf der To-do-Liste abgehakt werden.

Katastrophe Nr. 1: Das Kleid platzt!

Man stelle sich vor, die Braut bückt sich und mit einem dezenten, puffenden Geräusch platzt die Naht auf. Die Braut steht im Freien! Ein Alptraum für Bräute. Das Brautkleid ist eines der wichtigsten Utensilien des Hochzeitstages und genau deshalb müssen Sie für diese schlimmste aller Katastrophen gewappnet sein – und zwar rechtzeitig VOR dem grossen Tag. Haben Sie keinen Notfallplan, kann Ihnen das tatsächlich die ganze Feier vermiesen. Es gibt einige Möglichkeiten, bei einer solchen Katastrophe angemessen zu reagieren.

Die Soforthilfe besteht darin, dass der Bräutigam galant sein Jackett anbietet und dafür sorgt, dass seine Liebste nicht ungeschützt dasteht. Der zweite Schritt besteht darin, sich zurückzuziehen und das Desaster genauer zu betrachten. Hier sollten die organisatorischen Fähigkeiten der Trauzeugin zur Höchstform auflaufen. Ihre Aufgabe besteht nun darin, den Schaden zu begutachten und für Abhilfe zu sorgen. Eine gut vorbereitete Trauzeugin hat diese Utensilien im Notfallkoffer:

  • Nadel und Faden in der richtigen Farbe
  • Sicherheitsnadeln

Falls die Trauzeugin sich die Reparaturarbeiten selbst nicht zutraut, organisiert sie schnellstens Ersatz. Gibt es eine Frau im Freundeskreis, die in ihrer Freizeit näht? Prima, dann ist jetzt der richtige Zeitpunkt für ihren grossen Auftritt.

Lässt sich das aufgeplatzte Kleid nicht zufriedenstellen reparieren bleibt nur eines: Das zweitschönste Kleid des Tages, nämlich das Partykleid, bereits jetzt anziehen.

Unser Tipp in aller Kürze

Nadel, Faden und Sicherheitsnadeln in die Notfalltasche packen, eine erfahrene Schneiderin „Standby“ haben und ein festliches Partykleid ins Auto der Trauzeugin legen.

Katastrophe Nr. 2: Die Ringe sind weg!

Das Fehlen der Ringe ist ein Drama, das Braut und Bräutigam die Schweissperlen auf die Stirn treibt. Doch die Katastrophe ist halb so schlimm, weil fehlende Ringe rein formal betrachtet kein Grund sind, eine Ehe nicht zu schliessen. Traditionell werden Ringe bei einer Hochzeit getauscht, doch Pflicht sind sie nicht. Sie dürfen sogar ohne Ringe heiraten, deshalb unser guter Rat: Entspannen Sie sich einfach und dann treffen Sie eine Entscheidung, wie Sie die Situation lösen wollen. Es gibt viele Möglichkeiten, fehlende Ringe vergessen zu machen und gleichzeitig dafür zu sorgen, dass die Zeremonie trotzdem unvergesslich bleibt:

  • Bitten Sie Ihre Eltern darum, mit ihren Ringen heiraten zu dürfen.
  • Fragen Sie die Trauzeugen, ob sie Ihnen ihre Ringe zwecks Ringtausches überlassen würden.
  • Fragen Sie Ihre Gäste, ob jemand eine Idee hat, wie sich das Problem lösen lässt. Dabei kommen oft die charmantesten Lösungen zutage.

Tatsächlich habe andere Brautpaare diese ungewöhnlichen Dinge als Ersatz benutzt:

  • Schlüsselringe
  • Selbst geformte Ringe aus Papier oder Alufolie
  • Bänder aus dem Brautstrauss
  • Teile des Haarschmucks
  • Uhrentausch
  • Tausch von Ketten oder anderem Schmuck

Wenn Ihnen gar keine der aufgezählten Varianten zusagt, heiraten Sie ohne Ringe. Ihre Ehe gilt trotzdem als rechtsgültig geschlossen.

Katastrophe Nr. 3: Die Hochzeitspferde gehen durch!

Ein Traum für viele Hochzeitspaare ist es, nach der Eheschliessung in eine Kutsche zu steigen und wie ein königliches Brautpaar majestätisch durch die Menge der Zuschauer zu rollen. So weit, so schön. Doch was tun, wenn die Pferde scheuen und mit der Kutsche durchgehen? Im Grunde gibt es zwei Reaktionsmöglichkeiten.

  • Sie springen aus der Kutsche, wenn sich das gefahrlos bewerkstelligen lässt. Wenn möglich, springen Sie auf eine Wiese, ein Feld oder in einen Acker – dann tut es nicht so weh, aber mit verschmutzter Kleidung müssen Sie rechnen. Allerdings sollten Sie sich bewusst sein, dass Kutschen ein erstaunliches Gewicht haben und nicht so leicht umkippen. In der Regel hat der Kutscher genügend Erfahrung, um die Pferde zur Raison zu bringen.
  • Sie vertrauen dem Kutscher und verlassen sich darauf, dass er die Tiere in den Griff bekommt. Sie halten sich gut fest und warten ab, bis der Spuk vorbei ist.

Tipp

Besprechen Sie vorher mit dem Kutscher, wie Sie sich verhalten sollen, falls die Pferde durchgehen! Sie sind nicht das erste frisch vermählte Ehepaar mit dieser Frage und der Kutscher hat bestimmt eine hilfreiche Antwort für Sie parat.

Katastrophe Nr. 4: Der DJ fällt aus!

Die Party nach der Trauung ist das zweite Highlight des Hochzeitstags. Hier muss alles passen, erst recht die Musik. Denn die Musik beeinflusst die Stimmung. Sie haben vermutlich viel Zeit in die Auswahl des DJs gesteckt und ihn mit Bedacht ausgewählt. Er kennt ihre Wünsche, weiss, was Sie nicht mögen und welche Songs auf jeden Fall für Oma und Opa, Freunde und Verwandte zu spielen sind, damit der Funke überspringt. Fällt der DJ aus, haben Sie ein Problem. Offen gesprochen ist diese Katastrophe nur mit vorausschauender Planung abzuwenden. Es gibt zwei Lösungsvorschläge, die sich bewährt haben:

  • Buchen Sie bei einem Veranstalter mit mehreren Mitarbeitern und bestehen Sie darauf, dass ein Ersatz-DJ einspringt. Dieser muss zwingend über Ihre musikalischen Vorgaben im Bilde sein. Das können Sie vertraglich vereinbaren.
  • Stellen Sie im Vorfeld einige passende Playlists zusammen. Das können Sie bei einem Streaming-Anbieter tun und die List abrufbereit im Internet parken. Oder Sie sorgen für einige Datensticks voller Musik. Natürlich müssen Sie auch dafür sorgen, dass eine Anlage zur Beschallung bereitsteht, die eine Schnittstelle hat, um die digitalen Musikdaten abrufen zu können. Klären Sie das vorab mit der Party-Location.

Haben Sie an diese mögliche Katastrophe im Vorfeld der Hochzeit nicht gedacht, haben Sie kaum eine Wahl, wenn es passiert. Sie können eigentlich nur zweierlei tun, wenn der DJ ausfällt: Den Wirt bitten, seine gewohnte Musik ablaufen zu lassen oder einen musikbegeisterten Freund um den Gefallen bitten, sich spontan um die Musik zu kümmern.

Katastrophe Nr. 5: Es regnet in Strömen!

Für den Hochzeitstag war strahlendes Wetter angesagt und jetzt das: Es regnet Bindfäden. Wohl dem, der eine umsichtige Trauzeugin hat, die selbstverständlich mit transparenten Regenschirmen zur Hilfe eilt, damit Sie einigermassen trocken zum Auto, zur Kirche oder zur Party-Location gehen können. Der erste Tipp lautet deshalb, grundsätzlich mindestens 4 bis 6 transparente Regenschirme bereitzulegen. Diese verdecken die schöne Braut, den adretten Bräutigam, die herausgeputzten Trauzeugen und Brauteltern nicht vollständig, sondern lassen einen Blick zu – auch, wenn dieser durch den Regen getrübt wird. Bei strömendem Regen leiden aber nicht nur Frisur und Kleid, sondern auch die Schuhe.

  • Will das Brautpaar die Schuhe nicht ruinieren, ist ein Ersatzpaar für den Gang durch den Regen nötig.
  • Für den Bräutigam kommen Überschuhe in Frage, in die er mit seinen Hochzeitsschuhen schlüpfen kann.
  • Eine weitere erprobte Variante hat ihren Ursprung in Venedig: Die Bürger der Stadt erleben regelmässig Überschwemmungen. Sie schützen sich und ihre Gäste durch geschlossene Stulpen aus Plastik. Das sind praktisch Plastiktüten mit Gummizug, die über die eigenen Schuhe hoch bis zur Wade gezogen werden.

Katastrophe Nr. 6: Auf den Schleier der Braut stehen!

Diese Katastrophe ist eigentlich keine, denn sie kommt ausgesprochen selten vor und führt in der Regel auch nicht zu dramatischen Folgen – jedenfalls meistens. Wer sich davor schützen will, kann das mit zwei Massnahmen tun:

  • Schleier beim Tanz abnehmen.
  • Schleier beim Tanz hochbinden oder mit Sicherheitsnadeln feststecken.

Sollte es trotz der Vorsichtsmassnahmen zum Malheur kommen, können Sie eigentlich nur spontan reagieren und gute Miene zum bösen Spiel machen – es ist ja wirklich halb so wild.

Katastrophe Nr. 7: Das Baby spuckt auf das Brautkleid, ins Buffet oder die Torte

Babys sind wirklich süss – meistens jedenfalls. Doch wenn sie den Brei ausspucken, schlimmstenfalls direkt auf das Brautkleid, dann ist es mit der Freude rasch vorbei. Vorsorglich sollten Sie vorab bei Ihrer Schneiderin oder dem Brautmodengeschäft nachfragen, wie sie Flecken am besten behandeln. Damit stellen Sie sicher, dass Sie den Fleck nicht durch eine falsche Behandlung noch schlimmer machen. Vorbeugend ist Bräuten am Hochzeitstag generell zu raten,

  • Babys nicht auf den Arm zu nehmen oder
  • Babys nur auf den Arm zu nehmen, wenn das Kleid vorher mit einem Spucktuch geschützt wird.

Sind Sie Braut und gleichzeitig Mutter eines Babys? Dann wissen Sie mit Sicherheit genau, was Ihr Kind braucht, damit es erst gar nicht so weit kommt. Was können Sie tun, wenn es dennoch passiert? In diesem Fall haben sie ebenfalls zwei Möglichkeiten:

  • Sorgen Sie dafür, dass der Fleck so schnell wie möglich behandelt wird – und zwar so, wie Sie es im Vorfeld im Brautmodengeschäft in Erfahrung gebracht haben.
  • Hilft die Fleckenbehandlung nicht, bleibt nur eines: Brautkleid ausziehen, Partykleid anziehen.

Katastrophe Nr. 8: Die Helium-Luftballons fliegen nicht mehr

Die Enttäuschung ist gross, wenn am Vorabend der Hochzeit viele Stunden damit zugebracht wurde, dutzende Ballons zu füllen und zum Zeitpunkt des Steigenlassens die Ballons ermattet am Boden liegen. Wer noch nie mit Helium-Luftballons zu tun hatte, weiss nicht, dass die Füllung nach einer gewissen Zeit wieder entweicht. Eine Faustregel sagt, dass ein 20-Zentimeter-Ballon rund 10 Stunden hält, ein Ballon mit 30 cm hält ungefähr 18 Stunden - und das auch nur, wenn die Umgebungstemperatur bei perfekten 15 bis 20 Grad liegt. Zusätzlich spielt die Qualität des Materials eine Rolle. Wollen Sie auf Nummer sicher gehen, dann lassen Sie die Befüllung der Ballons am Hochzeitstag von lieben Freunden erledigen, die sich zu diesem Zweck rechtzeitig treffen. Doch wenn das nicht möglich ist und die Ballons nicht steigen wollen, dann bleibt Ihnen die Wahl zwischen 3 Möglichkeiten:

  • Sie benutzen die Ballons als stimmungsvolle Deko und lassen sie zu einem Meer aus Helium-Ballons am Boden arrangieren.
  • Sie stellen den Raum mit den Ballons den Kindern zum Spielen zur Verfügung.
  • Sie vergessen die Luftballons

Katastrophe Nr. 9: Der Brautstrauss landet beim traditionellen Wurf im Kronleuchter oder bleibt woanders hängen

In den witzigsten Hochzeitsvideos der Welt ist es immer wieder zu sehen. Die Braut wirft ihren Strauss und der Strauss bleibt im Kronleuchter hängen. Kennen Sie die häufigste Reaktion darauf? Nein? Die allermeisten Brautpaare und Gäste lachen. Sie lachen das Problem einfach weg. Und dann schicken sie sich an, den Brautstrauss mit vereinten Kräften aus der misslichen Lage zu befreien. Die Braut erhält ihn zurück und wirft noch einmal. Also, keine Panik – wenn es passiert, werden Sie mit Ihren Gästen bestimmt eine Lösung finden.

Katastrophe Nr. 10: Unerwartete Gäste tauchen überraschend auf

Die Sitzordnung ist geplant, die Tischkarten sorgfältig geschrieben und das Essen für die Gäste bestellt. Was tun, wenn völlig unverhofft weitere Gäste auftauchen, zum Beispiel ihre beste Freundin, die es trotz aller Widrigkeiten geschafft hat, extra für Sie von New York in die Schweiz zu jetten? Bei einzelnen Personen ist das überhaupt kein Problem, denn die Planungen, was Essen und Getränke angeht, sind in der Regel mit etwas Spielraum versehen. Doch, wenn es gleich eine fünfköpfige Familie ist, kann das plötzliche Auftauchen durchaus für Probleme sorgen.

  • Handelt es sich um Gäste, die Sie nicht dabeihaben wollen, sollten Sie hart bleiben. Es ist IHR Tag, den Sie genauso verbringen sollen, wie Sie es wollen. Schicken Sie Ihren Trauzeugen oder den Zeremonienmeister vor, der die ungebetenen Gäste hinauskomplementiert.
  • Handelt es sich aber im Gegenteil um willkommene Gäste, über deren Erscheinen Sie sich von Herzen freuen, ist es ganz einfach:
  • Stellen sie die neuen Gäste in einer kleinen Ansprache vor und bitten Sie darum, dass alle etwas zusammenrücken, damit die Neuankömmlinge Platz am Tisch finden.
  • Falls das Buffet etwas knapp kalkuliert ist, könnte ein Anruf beim Carterer im Angesicht des Notfalls helfen. Vielleicht hat er die Möglichkeit, rasch etwas nachzuliefern.

Bitte vergessen Sie nicht, den Wirt der Location über die neuen Gäste zu informieren, falls Sie eine Pauschale für eine bestimmte Personenzahl abgemacht haben. So vermeiden Sie später Unstimmigkeiten bei der Abrechnung.

Katastrophe Nr. 11: Ungebetene Reden, die Sie nicht hören wollen

Einen Toast auf Braut und Bräutigam auszurufen gehört zum guten Ton auf einer Hochzeit. Eine eingeübte Rede von ausgewählten Rednern ebenfalls. Oft geben Trauzeugen, Familienmitglieder oder enge Freunde etwas zum Besten und sorgen für rührende Momente. Funkt allerdings jemand dazwischen und meint, spontan eine ungeplante Rede schwingen zu müssen, dann sollten Sie eingreifen, falls Sie eine Peinlichkeit erwarten. Es wäre keine Ausnahme, dass statt einer gut gemeinten spontanen Rede eine unangenehme Aneinanderreihung längst vergessener Jugendsünden zu einer peinlichen Situation für Braut oder Bräutigam führt.

Zur Vorbeugung empfehlen wir Ihnen, die Reden, Spiele und Aktionen vorher abzustimmen. Diese Aufgabe ist beim Zeremonienmeister oder den Trauzeugen in der Vorbereitungsphase der Hochzeit am besten aufgehoben. So können Sie ganz entspannt bleiben und sich auf die Programmpunkte freuen. Sollte eine der Reden aus Ihrer Sicht zu weit gehen, haben Sie zwei Möglichkeiten:

  • Mit dem DJ abstimmen, dass Sie ihm ein Zeichen geben, falls etwas schiefläuft. Er dreht die Anlage auf und übertönt den Redner.
  • Den Redner weiterreden lassen und hoffen, dass es schnell vorübergeht.

Auf keinen Fall sollten Sie laut werden oder sich streiten. Überlassen Sie die Klärung der Angelegenheit einem guten Freund, dem Zeremonienmeister oder den Trauzeugen. Zeigen Sie Ihre Zähne, indem Sie lächeln.

Fazit

Vielen Katastrophen können Sie durch gezielte Vorplanung den Schrecken nehmen. Manche Situationen sind aber in der Realität meist gar nicht so schlimm, wie Sie sich vielleicht in ihrer Vorstellung ausmalen. Gehen Sie mit großer Freude in den Tag und genießen Sie die einmaligen Stunden. Und falls doch etwas schief geht, werden Sie gemeinsam mit Ihrem Ehepartner, Ihrer Familie und mit Freunden bestimmt eine gute Lösung finden.

 
 

Bilder: iStockphoto.com - ID 479981018 - mofles

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