Schwiegermutter und Schwiegertochter – eine explosive Mischung! Mit etwas Fingerspitzengefühl und Köpfchen können Sie miteinander auskommen und außerdem dafür sorgen, dass die Hochzeitsvorbereitungen ohne Streit und große Unstimmigkeiten ablaufen.

Paar sittzt mit Schwiegermutter am Tisch

Kurs ändern oder an Bord bitten?

Ihre Schwiegermutter ist ein Drachen, der sich in alles einmischt und sogar die Hochzeitsplanung an sich reißt? Sie fühlen sich gegängelt, bedrängt und haben das Gefühl, als hätte sie Ihnen die Verantwortung für die Gestaltung des schönsten Tages in Ihrem Leben ungefragt abgenommen? Dagegen können Sie vorbeugen. Und im akuten Fall hilft ein Kunstgriff: Bilden sie ein Komitee!

Was ist dran an dem Mythos der schrecklichen Schwiegermutter?

Wenn Sie sich im Internet umsehen, finden Sie eine ganze Menge Einträge über Brautmütter, Schwiegereltern und vor allem über das angeschlagene Verhältnis von Schwiegermüttern zu ihren Schwiegertöchtern. Es gibt einen Schwiegermutter-Läster-Thread, ellenlange Beiträge über die Einmischung der Schwiegermutter in die Hochzeitsvorbereitungen und überhaupt kommen Schwiegermütter selten gut weg. Wie sie trotzdem gut durch die Hochzeitsvorbereitungen und vor allem die Zeit danach kommen, ist Thema dieses Beitrags.

Der Begriff „Schwiegermutterstuhl“ kommt aus dem Pflanzenreich. Die Pflanze heißt botanisch Echinocactus grusonii und ist ein Kaktus mit enorm langen Stacheln. Inzwischen ist dieser mächtige, kugelrunde Kaktus so selten geworden, dass er in botanischen Gärten zu seinem Schutz kultiviert wird. Ja, Schwiegermutterstühle sind fast schon vom Aussterben bedroht und schreckliche Schwiegermütter zum Glück auch.

Dennoch – der Name sagt alles. Er drückt aus, wie belastet das Verhältnis zwischen Schwiegereltern und ihren Schwiegerkindern (vorwiegend Schwiegertöchtern) sein kann. Muss das wirklich so sein und vor allem: Muss das so bleiben?

Eine gute Basis legen

Wer einen anderen Menschen heiratet, heiratet die Familie immer mit. Deshalb ist es grundsätzlich sinnvoll, sich mit der Familie des Zukünftigen oder der Zukünftigen gut zu stellen. Diplomatische Zurückhaltung ist gerade in der Phase des Kennenlernens und auch darüber hinaus eine sehr hilfreiche Verhaltensweise. Am besten lassen Sie Ihre Schwiegermutter in spe ihren Freiraum. Das ist leichter gesagt als getan, besonders wenn es um den Sohn geht, der sich nun höchst offiziell einer anderen Frau zuwendet.
Das Verhältnis zwischen den Eltern der Partnerin und dem neuen Mann an der Seite ihrer Tochter ist hingegen oftmals relativ entspannt. Der Grund liegt meist darin, dass – Emanzipation hin oder her – die Eltern froh sind, dass nun jemand Verantwortung für die Tochter übernimmt, dass sie vermeintlich „abgesichert“ leben kann. Und zwar auch dann, wenn sie schon längst beruflich auf eigenen Beinen steht und auch nicht plant, das jemals zu ändern.

Besondere Beziehung von Schwiegermutter und Schwiegertochter
Anders verhält es sich mit der Beziehung zwischen Schwiegermutter und der angehenden Schwiegertochter. Das erklärt sich in vielen Fällen so, dass die Partnerin (mehr oder weniger freiwillig) nun einige Aufgaben für sich beansprucht, die vormals durch die Schwiegermutter erledigt wurden. Kaum zu glauben, aber es gibt tatsächlich Junggesellen jenseits der 25 oder 30, die immer noch ihre Wäsche bei Muttern waschen lassen, regelmäßig dort zu Mittag essen oder die Bügelwäsche bei ihr vorbeibringen. Der Vollständigkeit halber soll allerdings nicht unerwähnt bleiben, dass es auch viele Männer gibt, die sich mit der Gründung ihres eigenen Hausstandes auch in dieser Hinsicht unabhängig von ihrem Elternhaus gemacht haben. Hotel Mama ist für viele heiratswillige Männer in der Tat passé.
Sollten Sie als Schwiegertochter nun der Meinung sein, dass Ihr zukünftiger Mann zum Beispiel seine Wäsche zuhause waschen sollte, dann sind mindestens diese drei Reaktionen durch die Schwiegermutter denkbar:

  • Endlich! Wurde auch Zeit, dass mein Junge erwachsen und selbständig wird. Sie hat einen guten Einfluss auf ihn.
  • Juhu! Meine Schwiegertochter ist eine gute Hausfrau. Kann man ja von den jungen Dingern nicht immer behaupten.
  • Das darf doch nicht wahr sein! Erst nimmt sie mir meinen Jungen weg, und jetzt darf ich noch nicht einmal seine Wäsche machen. Ist doch auch eine Entlastung für sie. Undankbar ist sie, habe ich ihr gleich am ersten Tag angesehen.

Sei es beim Wäschewaschen, Essen kochen oder bei der seelischen Unterstützung – hier überschneiden sich die Aktionsbereiche von Schwiegermüttern und Schwiegertöchtern in vielerlei Hinsicht und deshalb ist das Konfliktpotenzial recht hoch. Das muss nicht immer so sein, aber die Praxis zeigt, dass es häufig der Fall ist.

Langsam und freundlich das Revier abstecken
Wenn Sie jedoch die Ruhe bewahren und stattdessen beschließen, sich Ihr Terrain langsam und freundlich zu erobern, ohne die Schwiegermutter zu übergehen, dann haben Sie gute Chancen darauf, den Grundstein für ein ausgeglichenes Verhältnis zu ihr zu legen. Im Idealfall finden Sie einen Konsens, der für alle Seiten positiv ist.
Die Salamitaktik hat dabei schon vielen Schwiegertöchtern und auch Schwiegersöhnen geholfen – steter Tropfen höhlt den Stein. Vielleicht ergibt sich demnächst schon eine Situation, bei der es für die Schwiegermutter Stress bedeutet, sich um ihre „angestammten Aufgaben“ zu kümmern. Das ist eine gute Gelegenheit, um ihr diese selbstlos abzunehmen oder Ihren Liebsten dazu zu verdonnern, seine Mutter endlich zu entlasten und die Wäsche in die heimische Waschmaschine zu stecken.
Unser wohlmeinender Rat lautet deshalb: Versuchen Sie generell, die Beziehung zur Schwiegermutter so positiv wie möglich zu gestalten. Denn, wie gesagt, sie wird ihnen noch sehr lange erhalten bleiben.

Was tun, wenn sich die Schwiegermutter in die Hochzeitsvorbereitungen mischt?

Angenommen, das Verhältnis zwischen Ihnen und der Schwiegermutter ist angespannt, dann können die Hochzeitsvorbereitungen unangenehm und der schönste Tag in Ihrem Leben zu einer nervlichen Zerreißprobe werden. Die Schwiegermutter lädt Gäste ein, die sie überhaupt nicht kennen, sie ist beleidigt, dass Sie die von ihr seit Jahren ins Auge gefasste Hochzeitslocation nicht mögen und findet außerdem, dass Ihre Vorstellungen von Romantik vollkommen daneben sind. Das alles lässt sie Sie wissen und nimmt das Zepter zur Hochzeitsplanung wie selbstverständlich in die Hand. Müssen Sie sich das gefallen lassen? Die Antwort lautet: JEIN!

Variante 1: (Schwieger-) Eltern tragen die vollen Kosten für die Feierlichkeiten

Sollte es so sein, dass die Schwiegereltern die Kosten für die Hochzeitsfeier tragen, dann sitzen Sie in einer Art Zwickmühle. Sicher, es ist Ihr Tag, aber wer die Kapelle bestellt, bestimmt meistens auch die Musik. Ganz früher ist es so gewesen, dass die Eltern die Hochzeit ihrer Kinder ausgerichtet haben. Auf den Einladungen stand gar die Formulierung: „Mit großer Freude geben wir die Vermählung unserer Kinder bekannt und laden recht herzlich ein…“. Damals legten die (Schwieger-) Eltern also ohne jede Diskussion die Hochzeitsgästeliste fest und trugen entsprechend die Kosten.

Das hat sich inzwischen stark gewandelt und Eltern und Kinder stimmen sich miteinander ab. Selbst, wenn Brauteltern und Bräutigameltern das Finanzielle übernehmen, so planen und organisieren die Brautleute ihre Hochzeit selbst und schreiben auch die Einladungen in ihrem Namen. In den meisten Fällen dürfen die Kinder die Gästeliste dann auch selbst zusammenstellen, doch Ausnahmen gibt es auch hiervon.

Adel verpflichtet
Manche Familien, die zum Beispiel im gesellschaftlichen oder politischen Fokus stehen, sind nicht ganz so frei in der Zusammenstellung der Gästeliste. Auch adelige Familien, die sich den Traditionen, Konventionen oder der Etikette verpflichtet fühlen, mögen ihre Entscheidung nicht ganz so frei treffen können, wie andere Familien. Dem sollten die Brautleute Rechnung tragen, wollen Sie es sich nicht mit den Eltern verscherzen.
Grundsätzlich fahren Schwiegertöchter und Schwiegersöhne immer besser, wenn sie sich in Zurückhaltung, Diplomatie und Kompromissbereitschaft üben. Dasselbe gilt natürlich auch für die Brauteltern. Eines ist jedenfalls recht unangebracht: Wenn die Brauteltern zwar die Kosten tragen, aber dafür auch das alleinige Bestimmungsrecht über die Gästeliste oder sonstige Rahmenbedingungen für sich beanspruchen. Das kommt einer Erpressung schon ziemlich nahe und darf durchaus in Frage gestellt werden.
Den größten Ärger können Sie im Vorfeld vermeiden, indem Sie alle Beteiligten an einen Tisch zusammenbringen und die Rahmenbedingungen klären. Die Taktik, dass die Braut mit ihren Eltern und der Bräutigam mit seinen Eltern separat sprechen, trägt enormes Potenzial für Missverständnisse in sich. Statt über drei Ecken zu kommunizieren ist das direkte Gespräch miteinander die sinnvollere Alternative, um von Beginn an Grenzen festzulegen sowie Wünsche und Absichten zu äußern.

Variante 2: Brautpaar und (Schwieger-) Eltern tragen die Kosten gemeinsam

Abgesehen von dem Sonderfall, dass es sich um eine im gesellschaftlichen oder politischen Fokus stehende Familie handelt, sollten auch hier alle Beteiligten von Anfang an eine klare Absprache treffen. Eine Möglichkeit ist, sich vor der Hochzeitsplanung abzustimmen, wer bei welchem Punkt das letzte Wort hat und wann nur bei einem gemeinsamen Konsens gehandelt werden darf. Das setzt voraus, dass sich die Beteiligten zusammensetzen und klären, wer sich an den Hochzeitsvorbereitungen beteiligt.

Kommunikation, Konsens und verbindliche Absprachen
Praxiserprobt und wenig konfliktträchtig ist es, ein Hochzeitskomitee zu bilden. Dieser Kunstgriff hilft übrigens auch, wenn die (Schwieger-) Eltern die kompletten Kosten tragen. Das Komitee kann zum Beispiel aus dem Brautpaar, jeweils einem Elternteil der Brautleute und einem gemeinsamen, engen Freund des Brautpaares bestehen. Wichtig ist, dass der Kreis eine ungerade Zahl ergibt, damit bei Entscheidungen immer eine Mehrheit gebildet werden kann. Gemeinsam lässt sich mit allen Beteiligten von Beginn an klären, wer für was verantwortlich ist und bei Entscheidungen, die alle angehen, kommen alle zusammen. Diese Fragen eignen sich unter anderem für gemeinschaftliche Entscheidungen:

  • Wie viele Gäste dürfen insgesamt kommen?
  • Wer darf wie viele Gäste einladen?
  • Wo wird gefeiert?
  • Wie sieht das Buffet/Menü aus?

Die alleinigen Entscheidungen über diese Fragen sollte jedoch beim Brautpaar bleiben:

  • Wo wird geheiratet? (Standesamt und Kirche)
  • Welches Brautkleid trägt die Braut?
  • Wie sieht der Brautstrauß aus?
  • Wie soll dekoriert werden?
  • Wohin geht die Hochzeitsreise?

Wer sich nach der Entscheidung über die einzelnen Punkte dann um deren Umsetzung kümmert, steht auf einem anderen Blatt. Natürlich können sich die Brautleute selber um alles kümmern, aber es liegt nahe, sich die Aufgaben untereinander aufzuteilen.

Im Alleingang ins Eheglück

Falls Sie es sich beiderseits mit den Schwiegereltern respektive der Schwiegermutter verscherzt haben, bleibt immer noch die Flucht nach vorne. Dann sollten Sie jedoch auch konsequent auf die finanzielle Unterstützung aus ihren Reihen verzichten. Wenn Sie selbstbestimmt und ohne Einmischung von außen die Hochzeit planen und umsetzen wollen, empfiehlt es sich, alles selbst zu bezahlen. Möglicherweise fällt der schönste Tag in Ihrem Leben dann etwas kleiner aus, aber sie haben die volle Kontrolle und der Rahmen entspricht genau Ihren Vorstellungen. Auch mit einem kleinen Budget lässt sich eine ansprechende Hochzeit gestalten.

Ganz egal, wer die Hochzeit bezahlt, plant oder sich mit der Gästeliste durchsetzt, die Ehe bringt es mit sich, dass auch eine ungeliebte Schwiegermutter für längere Zeit in Ihrem Leben anwesend ist und auch nach der Hochzeit einen gewissen Einfluss ausübt. Sollten Sie sich dem verschließen, vertun Sie unter Umständen eine wichtige Chance auf ein ausgeglichenes Privatleben.

Praxistipp

Sie könnten Größe zeigen, und die nervige Tante Emma und den überkorrekten Onkel Karl auf Wunsch der (Schwieger-) Mutter trotzdem einladen. Oder sich dazu breitschlagen lassen, statt der dreistöckigen Hochzeitstorte ein überdimensionales Kuchenherz zu akzeptieren, wenn es das ist, woran sich die Schwiegermutter stößt. Eine solche Geste weicht unter Umständen verhärtete Fronten auf und stimmt selbst die hartgesottenste Schwiegermutter milde.

 
 

Bilder: iStockphoto.com - ID 1175583848 - Motortion

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