Warum eine Braun in Frankreich unter Umständen einen halben Striptease hinlegt und ein Bräutigam in Rumänien einen Baum erklimmt, ist jetzt Thema.
Indische Hochzeit - Hände übereinander gelegt

Viele Brautpaare legen Wert auf eine individuelle Zeremonie, suchen einen ungewöhnlichen Ort zum Feiern oder wählen extravagante Hochzeitskleidung. Jede Hochzeit unterscheidet sich von der anderen und das nicht nur von einem Brautpaar zum nächsten. Auch innerhalb der Länder feiern Menschen Hochzeiten komplett verschieden.

Frankreich: Hoch mit dem Rocksaum – Bräute zeigen, was sie haben

Das französische Frauen einen Sinn für Stil haben, ist gemeinhin bekannt. Dass sie sich aber ausgerechnet auf ihrer eigenen Hochzeit entblößen, verursacht ein Kopfschütteln in anderen Teilen der Welt. Doch ganz so schlimm ist es nicht. Dennoch unkonventionell Französisch ist der verrückte Brauch aus Frankreich schon. Die Braut muss während der Feierlichkeiten nach der Zeremonie im Rocksaum langsam aber sicher nach oben ziehen. Die männlichen Hochzeitsgäste zahlen für jeden Zentimeter Geld.

Die Frauen hingegen werfen Geldscheine, wenn die Braut den Sammler nach unten lässt. Das Spiel endet allerdings in der Höhe des Strumpfbandes. Sobald diese sichtbar wird, ist das Spiel vorüber. Das Strumpfband geht an denjenigen, der zuletzt geboten hat.

Dänemark: Küss die Braut

Bei den Schweden geht es besonders herzlich zu. Jeder Gast hat nämlich grundsätzlich die Erlaubnis, die Braut oder den Bräutigam in einem unbeobachteten Moment innig zu küssen. In der Schweiz würde ein Fremdküsser vermutlich vor der Tür landen, aber in Schweden hat es Tradition. Sobald die Braut den Raum verlässt oder den Bräutigam nicht aufmerksam im Auge hat, darf eine ledige Frau (oder auch ein lediger Mann!) den Bräutigam küssen. Wendet der Bräutigam die Aufmerksamkeit von der Braut ab oder verlässt den Raum, sind die Junggesellen am Zug. Sie dürfen die Braut busserln und herzen. In Dänemark sind Toilettenpausen auf Hochzeitsfeiern deshalb immer besonders kurz oder das frischvermählte Paar geht gemeinsam zur Toilette.

Schweden: Trinksprüche Zeremonienmeister und stinkender Brautstrauß

In Schweden sind Trinksprüche an der Tagesordnung. Für eine Hochzeit in Schweden werden deshalb sogar Trinkspruch-Zeremonienmeister ausgewählt. Ihre einzige Aufgabe besteht darin, sämtliche Trinksprüche der geladenen Gäste zu koordinieren. Und was eine richtige schwedische Hochzeit ist, die hat eine Menge Trinksprüche zu bieten. Außerdem werden lauthals Trinklieder gesungen.

Eine weitere wirklich seltsame Tradition aus Schweden betrifft den Hochzeitsstrauß. Braut und Brautjungfern tragen stinkende Blumensträuße! In diese werden Gräser eingebunden, die in der Tat ausgesprochen aufdringlich riechen. Der Grund ist, dass die stinkenden Sträuße Trolle abwehren sollen.

Schottland: Vorsicht Elfen und schwarze Bräute!

Sie schaffen ein eigentümliches Völkchen ist, das dürfte fast jedem bekannt sein. Auch die Hochzeitsbräuche in Schottland sind eigentümlich. Zum Beispiel dürfen weder Hochzeitsgäste noch Brautleute am Hochzeitstag etwas Grünes tragen. Grün ist nämlich die Farbe der Elfen! Und das Elfen ganz besonders ungehalten werden, wenn man sie verstimmt, das wissen die Schotten und halten sich deshalb daran. Je traditioneller die Hochzeit, desto weiter gefasst ist dieser Brauch. Das bedeutet, dass es auch beim Essen nichts Grünes geben darf. Kein Rosenkohl, kein Salat, keine Gurken – nichts Grünes ist in einem traditionellen schottischen Hochzeitsessen zu finden. Es gibt eine einzige Ausnahme und das ist der Braut Strauß. Ein klein wenig Grün ist auch aus Sicht der Elfen in Ordnung, jedenfalls behaupten das schottische Bräute.

Doch schon wäre nicht Schottland, wenn es damit schon getan wäre. Eine weitere wirklich unfassbar unangenehme Tradition ist das Schwärzen der Braut. Die Schotten nennen das „Blackening the bride“. Die Tradition führt dazu, dass die Braut mit allerlei Unrat überschüttet und übergossen wird. Dazu gehören zum Beispiel Stinkethik-faule Eier, streng riechende Fischsauce und Sauermilch. Zum Glück geschieht diese Wirklichkeit nicht am Hochzeitstag selbst, sondern in den Tagen davor. Ist die Braut einmal mit Unrat überschüttet und mieft, dann wird sie wie eine Kuh an der Leine durch die Straßen geführt. Gleichzeitig wird verkündet, dass die Hochzeit ansteht. Die Schotten begründen diese Tradition damit, dass das Brautpaar auf die kommenden Unwägbarkeiten des gemeinsamen Ehelebens vorbereitet werden sollen.

Thailand: Alle Gäste ins Schlafzimmer

Was in unseren Breiten etwas ganz Privates ist, nämlich die Hochzeitsnacht, ist in Thailand ein Event der besonderen Art. Dort ist es nämlich Tradition, die ganze Hochzeitsgesellschaft mit ins Allerheiligste zu nehmen: ins Schlafgemach für die Hochzeitsnacht. Zweisamkeit und entspannende Stunden sind damit passee.

Stattdessen wird das älteste anwesende Ehepaar gebeten, sich ins Bett zu legen. Es wird gesegnet und danach kommen noch ganz besondere Gaben mit ins Bett: Sesamkörner, Reiskörner Ein Steinstößel, einige Hände voller Münzen und, ebenfalls unangenehm, eine Schüssel mit Regenwasser.

All das muss 3 Tage lang im Ehebett bleiben, denn sonst wird über die Ehe Unglück hereinbrechen. Schlafen in einem so präparierten Bett ist quasi ausgeschlossen.

Afrikanische Traditionen: Lächeln verboten, Küken töten, Bräute mästen

In Afrika pflegen die unzähligen Stämme zum Teil so aberwitzige Traditionen, dass es uns Europäer geradezu erschreckt. Die 4 skurrilsten folgen jetzt.

  • Hochzeitsnacht zu dritt: in manchen Dörfern ist es Tradition, dass das Brautpaar die Nacht nicht alleine verbringen, sondern die Mutter der Braut ebenfalls anwesend ist. Ihre Anwesenheit hat allerdings nur einen Grund: Sie soll ihrer Tochter erklären, wie der körperliche Kontakt abläuft.
  • Fette Bräute: in Mauretanien ist eine Frau umso begehrenswerte, je üppiger sie ist. Aus diesem Grund fangen bereits kleine Mädchen an, übermäßig viel zu essen. Sie werden quasi gemästet. Schon mit 12 Jahren gibt es Mädchen, die um die 100 Kilo wiegen. Je dicker sie ist, desto besser sind ihre Aussichten, einen ehrenwerten Mann (der vom Alter her manchmal ihr Großvater sein könnte) zu bekommen.
  • Spuckalarm: Kenia ist dafür bekannt, dass der Brautvater seiner Tochter mitten ins Gesicht und auf ihre Brüste spuckt. Das soll sie segnen. Dafür nimmt er aber zuerst einen Schluck Milch in den Mund und vermengt sie ordentlich mit seiner Spucke. Die Milch soll dazu beitragen, dass die Verbindung zwischen den Eheleuten fruchtbar ist und schon bald Kinder folgen.
  • Lächeln verboten: Im Kongo ist eine Hochzeit eine ernste Angelegenheit. Hier darf das Brautpaar während der Zeremonie auf gar keinen Fall lächeln oder gar lachen. Der Sinn hinter dieser Tradition ist leicht zu verstehen: das Brautpaar demonstriert damit die Ernsthaftigkeit ihrer Absichten. Das gleiche Verbot ist allerdings nach der Zeremonie aufgehoben. Dann darf gefeiert und gelacht werden.

China: Einen Monat lang vor Freude weinen

in China ist es Tradition, einen Monat lang zu weinen. Dabei beschränkt sich die Weinzeremonie auf rund 1 Stunde täglich. Zuerst beginnt die Braut damit, jeden Tag 1 Stunde (Vorfreude) zu weinen. Mutter und Großmutter gesellen sich gelegentlich dazu. Die Tradition ist tatsächlich kein Spaß, sondern Mädchen werden bereits sehr früh darin ausgebildet, auf Kommando zu weinen. Es gibt sogar Wein-Wettbewerbe in China, die die ausdauerndste und schönste Heulsuse kürt.

Borneo: Mit Verstopfung zur Hochzeit

Das Volk der Tilgung aus Borneo pflegt einen ausgesprochen ungewöhnlichen Brauch. 3 Tage vor der Hochzeit müssen Braut und Bräutigam getrennt voneinander zu Hause bleiben. Während dieser Zeit dürfen sie nicht auf die Toilette gehen. Verstopfung garantiert! Diese Prüfung soll das Ehepaar auf die kommenden Herausforderungen als Ehepaar vorbereiten.

Korea: Schläge auf die Fußsohlen

Die Koreaner vollziehen während der Hochzeitsparty einen ungewöhnlichen wie stinkenden Brauch. Der Bräutigam wird mit dem Rücken auf dem Boden gelegt und seine Schuhe nebst Socken ausgezogen. Danach bindet man ihm die Beine zusammen und hält diese mit den Fußsohlen nach oben fest. Traditionell werden die Fußsohlen feste mit einem kalten Fisch geschlagen. Das stinkt ordentlich! Als Alternative in unseren modernen Zeiten greifen immer mehr Koreaner zu einem Holzstab. Der Schmerz bleibt, der unangenehme Geruch ist damit aber nicht mehr gegeben.

Traditionen verbinden Eheleute und tragen zur Völkerverständigung bei

Zugegeben, so mancher Hochzeitsbrauch erscheint wirklich ausgesprochen skurril. Doch ist es nicht auch schön und spannend, wenn unterschiedliche Traditionen aufeinandertreffen und zu einem gegenseitigen, besseren Verständnis führen? Wer einen ausländischen Partner heiratet, sei dieser aus dem Kongo, aus Dänemark oder aus Schottland, darf sich in jedem Fall auf eine ungewöhnliche Zeremonie freuen.

Die Tradition zu respektieren und diese mit durchzuführen bringt Brautleute einander noch ein Stück näher und verbindet – selbst dann, wenn die Hochzeitsnacht mit der ganzen Hochzeitsgesellschaft im Schlafzimmer verbracht wird. Unvergesslich wird diese Nacht mit Sicherheit.

 
 

Bilder: Unsplash.com - Jayesh Jalodara

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